Injektionstherapien

Behandlung durch Injektionstherapien

Im Unterschied zur alleinigen Tablettengabe eröffnen Injektionen/Spritzen die Möglichkeit, direkt am Reizentstehungsort einzuwirken. Sie werden hauptsächlich bei Schmerzsyndromen des Bewegungsapparates angewendet. Im Behandlungskonzept ist die Spritze als Ergänzung zu anderen Therapieformen wie Krankengymnastik, Elektrotherapie und Akupunktur zu sehen.

Angewendet werden so genannte Lokalanästhetika, die von den „Betäubungsspritzen“ beim Zahnarzt her bekannt sind. Die Wirkung beruht auf der Unterbrechung der Schmerzleitung in Nervenfasern. Der Zusatz von Kortison in geringen Dosierungen ist sinnvoll, weil es zusätzlich entzündungshemmend wirkt. Selten werden auch Medikamente verwendet, die die Nerven in der Region für einige Zeit unempfindlich machen.

Nervenwurzelkompressionssyndrom (Bandscheibenvorfall)

Begriffsdefinition: Ein Bandscheibenvorfall ist die Bezeichnung für das Austreten des weichen Bandscheiben-Kerns aus dem Bandscheiben-Mantel, der aus etlichen Lagen wasserdichter Fasern besteht.
Dies ist eine Erscheinung, die besonders gut im Kernspintomographen festgestellt werden kann. Sie führt nur in wenigen Fällen überhaupt zu Beschwerden.
Im Rahmen einer Studie unterzog sich eine Gruppe von 3000 gesunden Menschen einer Kernspin-Untersuchung. Es wurde festgestellt, dass sich darunter 1200 mit einem Bandscheibenvorfall befanden.
Diese bleiben trotz des Bandscheibenvorfalls natürlich gesunde Menschen. Um die Beschwerden und die Leiden, die zu dieser Erkrankung gehören, zu benennen, verwendet der Orthopäde den Begriff Radikulärsyndrom oder Nervenwurzelkompressionssyndrom.
Das Nervenwurzelkompressionssyndrom kann jede Altersgruppe, Männer sowie Frauen treffen. Es erkranken sowohl Kinder als auch alte Menschen.
Gehäuft tritt sie auf, wenn die Bandscheibe ihren hohen Flüssigkeitsgehalt zu verlieren beginnt. Der äußere Faserring, der den flüssigen Kern stabil hält, beginnt dann brüchig zu werden. Dies findet zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr statt. Begünstigt wird die Erkrankung durch Fehlhaltungen (Skoliose Rundrücken) und ein ungünstiges Verhältnis zwischen Trainingszustand und Belastung.
Das Nervenwurzelkompressionssyndrom äußert sich durch Ausfälle des Gefühls und der Kraft im Versorgungsgebiet der Nerven. Teils auch durch Störungen beim Wasserlassen. Es verbleibt Harn in der Blase oder es entsteht Stuhlinkontinenz. In manchen Fällen kommt es zu andauerndem, brennenden Schmerz oder Missempfindung in dem Gebiet der Haut, das der Nerv versorgt. Zur exakten Abklärung ist eine fachärztliche Untersuchung, eventuell auch apparativ, notwendig.
Mit den Symptomen eines Nervenwurzelkompressionssyndroms ist man bei einem Facharzt für Orthopädie richtig versorgt. Dort kann abgeklärt werden, was die Ursache der Ausfälle ist und welche Maßnahmen eingeleitet werden müssen.
Ist die Ursache erkannt, kann eine adäquate Therapie eingeleitet werden. Neben der Physiotherapie mit Wärme und Kräftigung, kann die Verordnung von Elektrotherapie und auch Medikamenten helfen.
Bestehen Ausfälle an Nerven, die zu Kraftverlust führen, ist Eile geboten. Durch gezielte Injektionen an der Wirbelsäule kann der gedrückte Nerv abgeschwollen werden.
Bestehen die Ausfälle der Muskulatur länger fort (mehr als sechs Wochen dauerhafte Störung), ist eine Operation zu erwägen. Da die Operation insbesondere im längeren Verlauf häufig Störungen zeigt, wird man die konservativen Möglichkeiten differenziert einsetzen. Unterstützend hilft beispielsweise die Verordnung von Orthesen und Akupunktur.
Aber auch verschiedenste Injektionstechniken in die Nähe der Kontaktstelle der Nerven des Bandscheibengewebes können helfen. Diese können durch Steuerungen unter Röntgen oder CT-Kontrolle direkt an den Wirkort gebracht werden. Häufig rutscht dann das vorgefallene Bandscheiben-Gewebe in die Bereiche des Wirbelkanals, die weniger sensibel sind.
Besteht ein Ausfall der Muskulatur fort oder besteht Restharnbildung oder Stuhlinkontinenz aufgrund eines Bandscheibenvorfalls, sollte eine Operation sofort geprüft werden.
Zur Vorbeugung eines Nervenwurzelkompressionssyndroms ist es wichtig, statische Überlastungen durch seitliche Verbiegung oder Rundrücken festzustellen und zu behandeln. Fehlhaltungen, zum Beispiel dauerhafte Vorneigung am Arbeitsplatz, müssen vermieden werden. Die verbleibende Belastung durch unvermeidbare Fehlhaltungen, längeres und schweres Tragen, muss durch ein passendes Training kompensiert werden.
Wichtiges Grundprinzip ist die Belastungsart häufig zu wechseln, beispielsweise stehen und sitzen wechselnd in verschiedenen Körperpositionen.
Um den Rücken dynamisch zu entlasten, ist Schwimmen und Gerätetraining geeignet. Beim Gerätetraining ist eine physiotherapeutische Anleitung und die Rücksprache mit dem Orthopäden sinnvoll.

Anwendungen

lokale Infiltrationstherapie
Die Infiltrationstherapie kommt vor allem zum Einsatz bei akuten Beschwerden im Schulter/Nackenbereich, die breit gestreut lokalisierbar sind. Dazu spritzt der Arzt ein örtliches Betäubungsmittel mehrfach dicht unter die Haut. Verwendet werden nur sehr geringe Mengen des Lokalanästhetikums ohne Kortison, über das eine Entspannung der Muskulatur und Unterbrechung der Schmerzleitung erreicht wird.

Triggerpunktinfiltration
So genannte Triggerpunkte sind Punkte unter der Haut, die besonders druck- oder schmerzempfindlich sind. Sie sind gereizte Bezirke in der Muskulatur, die man oft als “Knoten“ tasten kann und gelten als Ausdruck einer Überbelastung des entsprechenden Muskels. Zu finden sind sie häufig am oberen Schulterblatt und in den Gesäßmuskeln. Zur Anwendung kommt meist ein Lokalanästhetikum.

Injektionen an Sehnen und Bänder
Bei einer Entzündung der Sehnen, des Sehnengleitgewebes oder der Schleimbeutel kann sich die Injektion in das Sehnengleitgewebe bzw. in den Schleimbeutel als sehr hilfreich erweisen. Verwenden wir Kortison in geringen Dosen und in einer Form, die keine schädigenden Kristalle bildet, ist das Hinzugeben eines lokalen Entzündungshemmers sinnvoll.

Injektionen in das Gelenk
Ist es infolge von Arthrose, Rheuma oder einer Überlastung zu einer Entzündung der Gelenkschleimhaut gekommen, können mit einer Spritze schnell die Beschwerden zum Abklingen gebracht werden. Am häufigsten kommen sie am Kniegelenk und an der Schulter zur Anwendung, seltener an Daumensattelgelenk und Hüfte.

Injektionen in den Rücken
Hier werden mehrere Arten von Spritzen unterschieden:

  • Facetteninjektion
    Die Spritzen werden in die betroffenen Wirbelgelenke gesetzt, wenn es sich um einen Kreuzschmerz infolge Reizung und/oder Verschleiß der Wirbelgelenke mit stechender jedoch nicht flächiger Ausstrahlung in die Beine handelt. In aller Regel wird die Spritze wiederholt. Zur exakten Platzierung führen wir diese Injektion auch unter Steuerung des CT oder Sonographiegerätes durch.
  • ISG-Injektionen
    Ursächlich für den Schmerz sind hier nicht die Wirbelgelenke sondern die Kreuzbein-/Darmbeinfugen. Entsprechend erfolgt die Injektion in diese Gelenke.
  • Wurzelblockade
    Ist eine Nervenwurzel aufgrund einer Bedrängung durch Bandscheiben- oder Knochengewebe gereizt, treten Schmerzen auf, welche umschrieben in das Bein ausstrahlen. Mithilfe der Spritze wird die Nervenwurzel außerhalb des Wirbelkanals mit einem Lokalanästhetikum und geringer Menge an Kortison umspült und so der Reizzustand zum Abklingen gebracht. Da eine Lähmung im Bein auftreten kann, ist es erforderlich, 20 Minuten im Wartezimmer Platz zu nehmen und im Falle einer Gefühlsstörung im Bein zu warten, bis der Normalzustand wiederhergestellt ist. Das kann maximal 1 1/2 Stunden dauern.
  • Epidurale Injektion
    Diese Form der Spritze kommt zur Anwendung, wenn mehrere Nervenwurzeln oder das Rückenmark selbst gereizt oder beengt sind. Innerhalb des Wirbelkanals werden ca. 10 ml des Lokalanästhetikums/Kortison-Gemisches appliziert. Selten kann ein Taubheitsgefühl in beiden Beinen auftreten, so dass der Patient mindestens 20 Minuten zur Beobachtung in der Praxis bleiben sollte.

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